Gig mit Cris Cosmo, Juli/August 2015, Freiburg (Deutschland)

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Der Doppelgig in Freiburg (Freitag und Samstag) stellt für uns jedes Jahr eine Herausforderung dar. Einerseits ist es der einzige Gig für unsere Fans in dieser Gegend, andererseits ist die Gage eher bescheiden und die Fahrtkosten sind nicht unerheblich (knapp 300km von Frankfurt nach Freiburg).

Unser erstes Ziel war daher, mit möglichst wenigen Autos anzureisen, um so Fahrtkosten zu sparen. Es ist schon erstaunlich, was man mit etwas Nachdenken und dem Verzicht auf ein wenig Komfort hinbekommen kann. Darius, unser Saxophonist, hatte tatsächlich einen Plan ersonnen, der uns ein ganzes Auto bei der Anfahrt sparen sollte (3 statt 4). Wie hat er das geschafft?

Zunächst indem er einen Mietwagen ins Spiel brachte. Zwar kostet der erst einmal mehr als ein privates Auto, aber auf die Entfernung sparen wir das wieder an Sprit. Der zweite Teil des Plans war das übliche „Tetris“ — also die noch effizientere Beladung der Autos und der Verzicht auf nicht zwingend nötiges Equipment. Zwar geht durch die Beladung der Autos bis an die Grenzen des Innenraums etwas Komfort für die Insassen verloren, aber zumindest wird man durch das Equipment selbst ohne Sicherheitsgurt regungslos in seiner Position gehalten ;).

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Fahrtkosten sparen durch effizientes Laden. Jede noch so kleine Ritze im Auto wird vollgepackt.

Der schließlich dritte Teil des Plans zur Senkung unserer Fahrtkosten bestand darin, unterwegs geschickt weitere Leute auf die Autos aufzuteilen. So nahm etwa unser von Frankfurt startender Van mit Cris und mir am Hauptbahnhof Karlsruhe auch noch den Techniker inklusive Equipment an Bord.

Eine weitere Reduktion der Spritkosten (und sicherlich auch unserer Nerven) bekamen wir dadurch zustande, dass wir frühzeitig losgefahren sind. An diesem Freitag war nämlich Ferienbeginn in BaWü und wir wussten, dass die A5 hoffnungslos verstopft sein würde. Auch wenn es einem Musiker nicht liegt, bereits am späten Vormittag für einen abendlichen Gig aufzubrechen, ersparte uns diese Maßnahme doch Sprit und Nerven.

Vor Ort fuhr das Auto mit dem wenigsten Equipment — also das mit den Bläsern — zunächst ins Hotel, um die gesamte Band einzuchecken. So konnte der Rest der Truppe direkt zur Bühne fahren und direkt mit dem Aufbau beginnen.

Soundcheck und Show am ersten Abend liefen dann super — Publikum und Veranstalter waren bei sommerlichen Temparaturen bis in die Nacht sehr zufrieden. Der zweite Abend brachte dann Sommerregen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tun muss — doch zum Thema „Umgang mit Regen“ mehr in einem zukünftigen Artikel.

Am Ende des zweiten Abends machten wir uns wieder daran, den Innenraum der Autos bis in den letzten Winkel auszunutzen und uns auf dem Heimweg über die paar Euro dadurch gewonnener Gage zu freuen :).

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Kaum Platz für die Musiker — dafür aber mehr Gage im Portemonnaie. (Foto: Julian Michel)

Ich kann also festhalten: Fahrtkosten kann man effizient reduzieren und dadurch die Gage der Band erhöhen — gerade bei den kritischen Aufbaugigs. Einbeziehen von Mietwagen, Planen der Route und Orga der Anfahrt, so wie effizientes Packen und Beschränkung auf unbedingt nötiges Equipment können hilfreiche Maßnahmen sein. Man muss dabei allerdings mehr Zeit für Planung vorab und Komforteinbußen auf der Reise hinnehmen. Ihr müsst stets selbst entscheiden, ob es Euch das wert ist. Mich würde interessieren, wie Ihr dazu steht: lieber mehr Gage oder lieber mehr Komfort auf der Reise?

Ich wünsche Euch in jedem Fall allen geniale Gigs!

Euer Matthias

Written by

Agile Coach, Business Innovator, Software Engineer, Musician

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